Sprache und Emotion
In einem umfangreichen Projekt wurde ein affektives Lexikon entwickelt, also eine Datenbank, die emotionale Assoziationen zu 1.100 deutschen Worten enthält, welche häufig zur Beschreibung sozialer Interaktion benutzt werden. Außerdem wurde ein mathematisches Modell entwickelt, mit die emotionalen Assoziationen vorhergesagt werden können, die durch Wortkombinationen oder kurze Handlungsbeschreibungen hervorgerufen werden. Das Projekt wird im Teil >Sprache und Emotion dieser Homepage ausführlich beschrieben.
Computersimulation von sozialer Interaktion
Das Modell der emotionalen Eigenschaften der Sprache kann benutzt werden, um mit Hilfe eines Computerprogramms den Verlauf sozialer Interaktionen und der dabei auftretenden Emotionen zu simulieren. Die dem zu Grunde liegende Theorie (die Affektsteuerungstheorie von David Heise) nimmt an, dass Menschen in der sozialen Interaktion passend zu den Gefühlen handeln, die sie in der Interaktionssituation empfinden. Details wiederum unter >Sprache und Emotion.
Führung und Emotionen
Das Interesse gilt der wechselseitigen emotionalen Dynamik bei der Führung von Mitarbeitern. In einem ersten Schritt wurde auf Basis der Affektsteuerungstheorie das Verhalten von Führungskräften und Mitarbeitern in verschiedenen Computersimulationen untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Programm viele Befunde vorhersagt, die man aus der psychologischen Führungsforschung kennt (über Emotionen in Führungsdyaden, die Wahrscheinlichkeit von compliance in Abhängigkeit verschiedener Führungsstile, die Abwertung von Mitarbeitern bei Machtausübung, etc.). In zwei Experimenten wurden dann diese ziemlich präzisen Vorhersagen aus der Computersimulation empirisch überprüft. Populär gesprochen: Entscheiden Führungskräfte vor allem aus dem Bauch heraus?
Im ersten Experiment leiteten 60 Versuchspersonen eine virtuelle Firma ("Magic Monster GmbH"). Das Computerszenario
ist von Heineken, Lohaus und Ollesch (1996) für Führungskräftetrainings entwickelt worden. Da der Computer alle Handlungen der Versuchsteilnehmer registrierte, war ein präziser Vergleich mit den Vorhersagen der Affektsteuerungstheorie möglich.
Im zweiten Experiment, das derzeit (Mai 2009) noch in der Auswertung begriffen ist, interagierten zwei "wirkliche" Personen miteinander in einem Rollenspiel als Führungskraft bzw. Mitarbeiter. Ihre Handlungen wurden auf Video aufgezeichnet und werden nach dem "Instrument zur Kodierung von Diskussionen" von >Carsten Schermuly analysiert.
>Download Manuskript zum Computersimulations-Experiment
>Externer Link zum Computerszenario "Magic Monster GmbH"
Interact Communicate Wiki
Das Wiki ist ein im Aufbau befindliches Projekt internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit von Forschern, die sich mit Interaktion und Kommunikation beschäftigen. Das Medium Wiki soll dabei eine wirkliche, Theorien integrierende Zusammenarbeit ermöglichen und den Forschungsprozess transparent machen, indem der übliche Begutachtungsprozess bei Veröffentlichungen in Echtzeit öffentlich nachvollziehbar stattfindet. Der Startschuss fällt bei einem Auftakt-Workshop im Juli 2009 in Berlin, zu dem zahlreiche international renommierte Forscher gewonnen werden konnten.